„Universitäten sind ein Hort der Unmoral“ – in diesem Stil äußern sich führende Zeugen Jehovas auf Kongressen und in Zusammenkünften, damit jeder weiss, dass Bildung, die nicht aus dem Wachtturm kommt, gefährlich ist.

Ist die Wachtturm-Organisation bildungsfreundlich?

Um es gleich vorweg zu sagen: es ist Jehovas Zeugen n i c h t verboten, ihre Kinder auf weiterführende Schulen einschließlich der Universitäten zu schicken oder jegliche mögliche Bildungseinrichtung zu nutzen. Es ist auch davon auszugehen, dass Eltern, die den Zeugen Jehovas angehören, ihre Kinder genau so lieben wie dies andere Eltern tun, ihre Verantwortung für sie wahrnehmen wollen und dass sie ebenso wie andere Eltern für ihre Kinder eine gute Zukunft erstreben und ihnen diese wünschen.

Nachstehend geht es aber um die Frage, ob die Führung der Religionsgemeinschaft ‚Jehovas Zeugen‘ bzw. ihre leitende Körperschaft und deren Instrument, die Wachtturm-Gesellschaft (WTG), positiv eingestellt sind gegenüber Bildung und Bildungsstreben und ob sie ihre Gläubigen anspornt, für ihre Kinder im Rahmen von deren Fähigkeiten und Möglichkeiten Bildungsangebote zu nutzen. Diese Frage ist nicht ohne Belang, wenn man weiß, wie die WTG von ihren Gläubigen angesehen wird und auch selbst angesehen werden will. Jehovas Zeugen sehen die WTG als das ausführende Organ ihrer Führung, des ‚treuen und verständigen Sklaven‘ an, zu dem sie aufschauen und von dem sie Leitung erwarten (Matthäus 24:45); die gewünschte Einstellung gegenüber diesem Sklaven wird zum Beispiel im Hauptlehrmittel der Organisation, im Wachtturm, in der Ausgabe vom 1.8.1956 auf Seite 474, Absatz 11 so dargestellt:

Der Sklave erfüllt dadurch seine eigene Pflicht vor Jehova, daß er das Werk Jehovas tut. Daher ist der Wille des Sklaven der Wille Jehovas. Rebellion gegen den Sklaven ist Rebellion gegen Gott .

Auf Seite 464 des gleichen Wachtturms in den Absätzen 1+2 wird von der Organisation – dort auch als Neue-Welt-Gesellschaft bezeichnet – gesagt:

Es ist heute gebieterische Pflicht, daß jene, die in der neuen Welt der Gerechtigkeit zu leben wünschen, mit der Neuen-Welt-Gesellschaft Schritt halten. Warum? Weil sie nun bald alle ihre Glieder durch die größte aller Drangsale, den Krieg von Harmagedon, sicher hindurchbringen und sie in eine neue Welt führen wird. …. Hinter dem Erfolg dieser wunderwirkenden Organisation steht ihr Bildner….

Also nicht Christus führt durch die Drangsal, sondern die wunderwirkende Organisation! Bei einem solchen Anspruch und einem solchen Ansehen ist es kein Wunder, dass Jehovas Zeugen in aller Regel nichts tun möchten, was nicht den Leitlinien ihrer Organisation entspricht, und dass sie sich auch in der Frage von Bildung und deren Nutzen nach ihrer Leitung richten möchten.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass solche Fragen auch an die WTG herangetragen wurden, und sie sah sich veranlasst, unter ‚Fragen von Lesern‘ im Wachtturm vom 1.11.1970 dazu Stellung zu nehmen. Die Frage lautete:

Junge Christen, die eine öffentliche Schule besuchen, sehen sich wegen der zunehmenden Kriminalität, der Unsittlichkeit, des Nationalismus usw. vielen Problemen gegenüber. Wäre es daher, wenn man die vom Gesetz vorgeschriebene Schulzeit beendet hat, ratsam, die Schule zu verlassen und dem Predigtdienst mehr Zeit zu widmen, oder sollte man den üblichen grundlegenden Schulunterricht bis zu Ende besuchen?

Hier geht es also nicht einmal um weiterführende Schulen, sondern um den ‚üblichen grundlegenden Schulunterricht‘. Eine einfache Antwort wird jedoch nicht gegeben. Man spricht von Unterricht zu Hause in der Familie, von der Unterweisung in den christlichen Zusammenkünften – alles Dinge, die nicht gefragt waren -, man spricht vom Nutzen, gut lesen und schreiben zu lernen, doch zuletzt sagt man, dass die Eltern die Frage zu entscheiden hätten. Das ist natürlich grundsätzlich richtig. Aber die Frage wurde gestellt, um die Einstellung der Organisation kennenzulernen, und die sehr ausführliche Stellungnahme lässt keine Bildungsfreundlichkeit erkennen. Man muss nicht erst etwas verbieten, um eine ablehnende Haltung erkennen zu lassen; darum untersuchen wir doch einmal die Schriften der WTG, um zu sehen, wie sie über Bildung und die Menschen, die Bildung anstreben, denkt.

Lesen Schreiben, Rechnen

Die WTG empfiehlt durchaus nachdrücklich, dass Kinder von Jehovas Zeugen gut lesen, schreiben und rechnen lernen sollten; sie hat sogar in Ländern mit großem Analphabetentum Kurse eingerichtet, um Menschen wenigstens Lesen und Schreiben beizubringen.

So wird auch in dem von der WTG herausgegebenen Buch ‚Fragen junger Leute‘ auf Seite 166 der Rat zitiert: Mache einen guten Schulabschluß. Ich kann nicht genügend hervorheben, wie wichtig es ist, richtig lesen, schreiben und sprechen zu lernen.

Natürlich wird anerkannt, dass es zunehmend schwerer wird, einen Arbeitsplatz zu finden, der einem Zeugen erlaubt, seinen Lebensunterhalt zu verdienen und daneben noch den Vollzeitdienst innerhalb der Wachtturm-Organisation anzustreben. Dieser Gesichtspunkt wird zum Beispiel im Wachtturm vom 1.12.1996, Seite 18, in den Absätzen 12 und 13 hervorgehoben. Das Motiv und Ziel: Vollzeitdienst für die Organisation. Das ist aber keine positive Aussage über den Wert von Bildung noch eine Ermunterung zur Bildung. In der besonders für Lehrpersonal herausgegebenen Broschüre ‚Jehovas Zeugen und Schulbildung‘ wird auf Seite 5 gesagt: Wenn daher ein Mindestschulbesuch gesetzlich vorgeschrieben ist, halten sich Jehovas Zeugen daran. Gewiss, das ist Gehorsam gegenüber den Gesetzen, aber nicht unbedingt Wertschätzung von Bildung; übrigens wird in derselben Broschüre in Bezug auf Weiterbildung gesagt, Eltern müssten den voraussichtlichen Nutzen zusätzlichen Lernens gegen die Opfer abwägen, die man dafür bringen muss (Seite 6). Das klingt nicht sehr ermunternd. Dann wird davon gesprochen – wohlgemerkt, besonders für Lehrpersonal -, wie Jehovas Zeugen Bildung vermitteln. Man spricht (Seite 11) von Kursen und Schulen der WTG; das Lehrpersonal weiß im allgemeinen nicht, dass es sich hier um Schulungen in der Lehre von Jehovas Zeugen, nicht um Bildung, handelt. Auch die auf Seite 12 gemachte Aussage, dass in jedem Königreichssaal der Zeugen Jehovas eine Bibliothek vorhanden sei, ist irreführend. Diese ‚Bibliothek‘ enthält mit Ausnahme einiger Bibeln oder Wörterbücher in aller Regel nur die Schriften der WTG und wird kaum benutzt. Hier wird mit vertrauten Begriffen bewusst ein falscher Eindruck hervorgerufen.

Im Wachtturm vom 15.10.1982 wird den Eltern unter dem Thema ‚Bildung – was sie kostet, was sie bietet‘ gesagt:

Es gibt jedoch einen Preis, den weise christliche Eltern nicht bereit sind zu zahlen. Sie drängen ihre Kinder nicht, so viel zu lernen, daß sie wenig oder gar keine Zeit und Kraft mehr haben, die heiligen Schriften zu studieren oder Gott zu dienen. …. Was ist wichtiger: eine weltliche Bildung, die einen für ein paar Jahre des Lebens ausrüstet, oder eine Bildung, die einen auf das ewige Leben vorbereitet?

Hochschulstudium

Wenn man die bisherigen Äußerungen bedenkt, dürfte es kaum überraschen, was über den Besuch einer Hochschule oder einer Universität gesagt wird. Dazu einige Zitate:

…. eines ist unbestreitbar: ‚Die verbleibende Zeit ist verkürzt (1.Korinther 7:29)! Würde man…. die verbleibende Zeit wirklich am besten nutzen, wenn man vier Jahre oder länger an einer Hochschule studiert? Man geht freizügig mit Drogen, Medikamenten und Alkohol um; ungebundene Geschlechtsbeziehungen sind die Regel. …. Die gutbelegte Verbindung zwischen höherer Bildung und abnehmender „Bindung an grundlegende religiöse Lehren“ mahnt ebenfalls zur Vorsicht. …. Christliche Jugendliche haben aufgrund des Leistungsdrucks in ihrem Dienst für Gott nachgelassen und sind so für das unchristliche Gedankengut, das von den Hochschulen gefördert wird, anfällig geworden (Fragen junger Leute, Seiten 177+178).

Dass auch bildungsferne Gesellschaftsschichten Probleme mit Drogen, Alkohol usw. haben, davon kein Wort; man hat ja ein vorgefasstes ‚Feindbild‘!

Wenn du eine weltliche Bildung anstrebst, die über das gesetzlich geforderte Mindestmaß hinausgeht, solltest du dir über deine tatsächlichen Motive im klaren sein. Möchtest du dir dadurch einen Namen machen und materiellen Reichtum erwerben? (Wachtturm vom 1.12.1996, Seite 19).

Einige überlegen sich, ob sie ihre Kinder auf ein Universitätsstudium hinlenken sollen. …. Viele Eltern sind nicht dieser Ansicht…. Warum? Weil der Nutzen einer akademischen Bildung oft nicht den Preis wert ist, den man dafür zahlt. …. Auch andere, die als Diener Gottes erzogen wurden, sind jetzt Evolutionisten, Atheisten und Kritiker der biblischen Wahrheit. …. Es liegt daran, daß sie im College…. ständig gottlosem Gedankengut ausgesetzt waren. …. Mit der schlimmste Umgang, den ein Christ haben kann, …. ist an den Universitäten zu finden (Wachtturm vom 15.10.1982).

Die Angehörigen akademischer Berufe können als gute Beispiele dafür angesehen werden, wie sich die ‚akademische Bildung‘ auswirkt. Sie bilden die Intelligenz, eine Schicht der wissenschaftlich Gebildeten. Sie sind oft stolz, den Bedürfnissen der weniger begünstigten Bevölkerung gegenüber kalt, eingebildet, ehrgeizig und rücksichtslos. Sie sind überzeugte Anhänger der atheistischen Abstammungslehre. …. Sind nicht Politiker, Juristen, Lehrer, die zum größten Teil nicht an die Existenz Gottes glauben, das Produkt der ‚akademischen Bildung‘? …. Und wer verletzt sie [die Gesetze] am häufigsten? Es sind diejenigen, die den Vorteil einer ‚akademischen Bildung‘ haben, die gewissenlos ihre Fähigkeiten dazu verwenden, auf Kosten des Mannes von der Straße schnell reich zu werden. …. Es ist bekannt, daß Studenten und Studentinnen, die auf Wunsch ihrer Eltern eine Hochschule besuchen, Rauschgift nehmen, einen losen Wandel führen und sich an wilden Demonstrationen gegen Gesetz und Ordnung beteiligen. An den höheren Schulen werden die jungen Mädchen gelehrt, mit Männern zu wetteifern, ihnen ebenbürtig zu sein. …. Es ist daher nicht zu verwundern, daß sie es dann später, wenn sie heiraten, schwierig finden, eine gute Gattin und Mutter zu sein. Die weibliche Eigenschaft der Unterwürfigkeit, die sie einst besaßen, ist fast ganz verschwunden ….! (Erwachet vom 22.12.1968, Seite 10).

Solchen Zitaten ließen sich ohne Mühe weitere hinzufügen, dagegen sind keine zu finden, in welchen Eltern und Kinder zu einer positiven Einstellung zur Bildung ermutigt werden. Angesichts dessen kann man eigentlich nur den Freimut bewundern, wenn die WTG die Ansicht vertritt, Anleitungen zu veröffentlichen zur Erreichung anerkannter Bildungsziele. Und es ist auch keineswegs erstaunlich, dass in den Versammlungen von Jehovas Zeugen Menschen, denen Bildung etwas bedeutet und die ihren Kindern Bildungswege eröffnen, schief angesehen werden, als materialistisch und ehrgeizig gelten und als schlechte Beispiele betrachtet werden.

Folgen

Eine solche Einstellung hat natürlich auch zur Folge, dass man Kinder und Jugendliche, wenn sie schon auf weiterführenden Schulen sind, dazu erziehen möchte, mit ‚weltlichen‘ Schülern und Mitstudenten möglichst keinen Umgang zu haben.

So wird in dem Artikel ‚Sollte man sein Kind in ein Internat schicken?‘ (Wachtturm vom 15.3.1997, Seiten 25-28) ein Szenario dargestellt, dass kein Zeuge Jehovas, der das liest, Zweifel hat, welche Entscheidung er in Bezug auf eine Internatsunterbringung treffen sollte.

In der von der WTG 1983 herausgegebenen Broschüre ‚Jehovas Zeugen und die Schule‘ wird auf den Seiten 22-25 dringend geraten, sich an außerlehrplanmäßigen Aktivitäten nicht zu beteiligen, alles unter dem Motto: ‚Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten‘. Auch die Teilnahme an sogenannten Klassenfahrten, ist zwar nicht verboten, wird aber aus den gleichen Motiven heraus keineswegs empfohlen.

Diese Haltung wirkt sich natürlich auch auf den privaten Umgang aus. Schulfreundschaften mit Nichtzeugen sind keineswegs erwünscht. Der Wachtturm vom 15.7.1991 sagt dazu auf den Seiten 23+24:

Jemand mag dir freundlich und sympathisch erscheinen. Wenn er jedoch dein Interesse am Dienst für Jehova nicht teilt oder nicht einmal an die biblischen Verheißungen glaubt, ist er schlechte Gesellschaft.

Eine solche Haltung ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass ja auch die erwachsenen Zeugen vor Freundschaften mit Außenstehenden dringend gewarnt werden, wie zum Beispiel im Wachtturm vom 1.11.1997, Seite 25:

Solche Menschen glauben kaum oder überhaupt nicht an die Verheißung Gottes auf ewiges Leben. Und doch halten sich einige von ihnen an verhältnismäßig hohe Sittenmaßstäbe. Ein Christ könnte versucht sein, ein enges Verhältnis zu solchen Personen zu entwickeln, und sich vielleicht einreden, es seien ja anständige Menschen, was eine Freundschaft durchaus rechtfertige. Wir halten uns zwar nicht für etwas Besseres, aber wir dürfen nicht vergessen: J e d e „schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten“, auch wenn der Einfluß subtilerer Art ist. …. Laßt uns daher vor allem mit Menschen Gemeinschaft pflegen, die mit ungeteiltem Herzen der Anleitung Jehovas folgen.

Angesichts solcher Haltung und solcher Aussagen muss man wohl eher von Bildungsfeindlichkeit sprechen. Zeigen sich denn Auswirkungen unter den Kindern von Jehovas Zeugen.?

Auswirkungen

Im Jahre 1994 führte die WTG in Deutschland eine statistische Erhebung unter ihren Gläubigen durch, wobei auch nach der Schulbildung gefragt wurde, und zwar detailliert und differenziert nach Hauptschule, mittlere Reife, Abitur und Fachabitur, Hochschulstudium usw. In der 1995 herausgegebenen Broschüre ‚Jehovas Zeugen – Menschen aus der Nachbarschaft. Wer sind sie?‘ wurden einige Ergebnisse aus der Erhebung veröffentlicht, unter anderem auch eine Angabe über die Schulabschlüsse bei Jehovas Zeugen; man differenzierte allerdings in der Veröffentlichung nur noch zwischen Hauptschule und Realschule + Abitur, vielleicht, weil eine weitere Aufschlüsselung nicht sehr werbewirksam für Jehovas Zeugen wäre. Das Ergebnis, das als ‚dem Querschnitt der allgemeinen Bevölkerung entsprechend‘ bezeichnet wurde, war (Seite 30):

34,6% der Zeugen haben die Schule mit mittlerer Reife oder Abitur abgeschlossen!

Das heißt aber, dass 65,4% ihre Schule mit höchstens Hauptschulabschluss verlassen haben. Am 19.2.1999 veröffentlichte die Tageszeitung ‚Die Rheinpfalz‘ eine entsprechende Statistik über die Schulabschlüsse der Bevölkerung der Bundesrepublik. Das Ergebnis:

Im Bundesdurchschnitt schlossen 24,7% der Schüler mit Abitur ab, 39% mit mittlerer Reife, (Realschulabschluss), das heißt zusammen 63,7%. Demnach schlossen nur 36,3% der Schüler mit Hauptschulabschluss (oder mit keinem Abschluss) ab.

Ein Vergleich zeigt, dass nur halb so viele Kinder von Jehovas Zeugen einen weiterführenden Abschluss erreichten. Wenn man nicht davon ausgehen will, dass die Intelligenzquotienten dieser Kinder erheblich unter dem Durchschnitt liegen, muss man die Ursache dafür an anderer Stelle suchen, nämlich am mangelnden Besuch weiterführender Schulen, und die Gründe
d a f ü r sind unschwer zu ermitteln.

Wenn man dazu noch berücksichtigt, dass einige Kinder von Zeugen auf weiterführende Schulen gehen, weil ein Elternteil, der kein Zeuge ist, darauf besteht, oder weil ein Zeuge seinen Schulabschluss erreichte, bevor er Zeuge wurde, dann müsste das Ergebnis der Wachtturm-Erhebung eigentlich noch schlechter ausfallen.

In der gleichen Veröffentlichung wird auch gesagt, dass sich 68,6% der Zeugen für Nachrichten interessieren und sich über Weltereignisse informieren durch das Lesen von Tageszeitungen und Nachrichtenmagazinen oder durch das Fernsehen. Ob diese Aussage als Nachweis für Bildungsbeflissenheit gelten soll? Welche Rückschlüsse lassen solche Angaben auf das Bildungsniveau zu, das von der WTG entscheidend beeinflusst wird?

Zusammenfassung

Während sich die WTG bemüht, unter Jehovas Zeugen ein gewisses elitäres Bewusstsein heranzuziehen durch den Gebrauch von Wörtern wie ‚studieren, Studium, nachforschen‘ und ähnliche, kann man auf Grund der Sachlage nicht einmal im entferntesten von einer bildungsfreundlichen Einstellung der WTG sprechen. Lesen und Schreiben? Ja, unbedingt! Wer sollte auch sonst ihre Schriften lesen. Aber Bildung als solche hat einen ganz niedrigen Stellenwert, wenn überhaupt einen. Warum eigentlich? Die WTG hat sich in den letzten 100 Jahren häufig in ihren Ankündigungen getäuscht. Und sie hat die Erfahrung gemacht – wie andere autoritäre Gruppierungen auch -, dass sich Menschen um so leichter leiten und bereden lassen, je weniger sie geschult und im eigenen Nachsinnen und Entscheiden bewandert sind. Eigenes Denkvermögen, informiertes und weitgefächertes Wissen machen es religiösen Führern nicht gerade leichter, ihre Gläubigen unter ihrer Vormundschaft zu bewahren. Daher kann man von solchen Gruppen keinen Ansporn zum Erwerb einer umfassenden Bildung erwarten. Im Gegenteil, man entwirft abschreckende Szenarien, welche die Eltern daran hindern sollen, Bildungsmöglichkeiten für ihre Kinder zu nutzen. Wenn dennoch ein Drittel von Jehovas Zeugen wenigstens einige Möglichkeiten der Bildungsangebote nutzen (es wurden 1994 keine Erhebungen angestellt über die Nutzung von Angeboten wie Bibliotheken, Museen, Theater, Konzerten usw.), dann tun sie das nicht wegen, sondern trotz der geäußerten Leitlinien der Organisation

 

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